{"id":496,"date":"2011-11-03T04:56:07","date_gmt":"2011-11-03T03:56:07","guid":{"rendered":"http:\/\/hotsaucejunkie.de\/?p=496"},"modified":"2011-11-08T11:02:55","modified_gmt":"2011-11-08T10:02:55","slug":"einmal-vulkan-und-zuruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hotsaucejunkie.de\/?p=496","title":{"rendered":"Einmal Vulkan und zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Der Titel des letzten Eintrags ward gegen Mittag geboren, als wir gesch\u00e4tzte 400 m (alle Angaben sind H\u00f6henmeter) recht steilen Abstiegs hinter uns hatten. Beziehungsweise 1.500 m. Es war eine Wunschvorstellung, die etwas wahnhaftes hatte und noch des \u00f6fteren zitiert werden sollte. <\/p>\n<p>Doch der Reihe nach. <\/p>\n<p>Als wir am Donnerstag nach einer Nacht in Padang Bai und einer Schnellboot\u00fcberfahrt auf Lombok (ca. 1,5 nicht ganz billige Stunden) ankamen, wurden wir am Strand abgeholt und flugs nach Senaru gefahren, am Fu\u00dfe des Gunung (Berg) Rinjani gelegen. Dort haben viele Trekking-Agenturen ihren Sitz, die unserer Wahl hie\u00df ganz bescheiden &#8220;Rinjani Master&#8221;, gefunden nur ein paar Tage zuvor \u00fcber wikitravel.org. Den zweist\u00fcndigen Fu\u00dfmarsch zum Wasserfall lehnten wir dankend ab, eher aus Faulheit denn einer Ahnung was da kommen m\u00f6ge. <\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Morgen begann fr\u00fch, der Alabama Song weckte uns gegen 5:30 Uhr. Nach einem Fr\u00fchst\u00fcck wurden wir dann mitsamt unserem Equipment in einen Jeep verfrachtet, unserem Guide Bahi bekannt gemacht und nach Sembalun gefahren. Gegen 8:00 Uhr, nach Anmeldung im dortigen Park-Hauptquartier, ging es auf 1.100 m los, stetig bergan. Gegen Mittag, auf 1.500 m, erhielten wir unser erstes, viel zu \u00fcppiges Mahl. Die Ausr\u00fcstung (Zelte, Schlafs\u00e4cke, Kochutensilien, Lebensmittel, etc.) wurde von zwei Tr\u00e4gern balanciert, eindrucksvoll an den Enden je eines 1,80 m langen Bambus-Stabs vert\u00e4ut. Tagesziel war der auf gut 2.600 m gelegene Zeltplatz am Kraterrand des schlafenden Vulkans Rinjani, benannt nach der K\u00f6nigstochter Dewi Anjani. Nach diesem ersch\u00f6pfenden Aufstieg konnten wir nur noch unser Abendessen in Empfang nehmen, den Sternenhimmel bewundern und zeitig ins Zelt kriechen. <\/p>\n<p>Es ist \u00fcbrigens erstaunlich, was die Tr\u00e4ger aus ihren K\u00f6rben hervorholen und k\u00f6stliches damit zaubern, auf nur zwei kleinen Feuerstellen. An diesem Abend gab es gebratenen Gem\u00fcsereis, Spiegelei, gebratenes Tempeh oder H\u00fchnchen. Dazu &#8211; man stelle sich das einmal bildlich vor &#8211; eine Hand voll Pommes und zwei Dosen lokales Bier.<\/p>\n<p>Die Nacht war kurz, gegen 2:00 Uhr brachen die ersten Gipfelst\u00fcrmer auf und sorgten somit f\u00fcr Krach im mit weniger als 20 Trekker besetzten Basislager. Wie geplant stakste unsere verkleinerte Gruppe gegen 3:00 Uhr weiter bergauf, den Vortag in den Beinen. Der Untergrund besteht \u00fcberwiegend aus fein gemahlenem Lava-Gestein, so dass zweieinhalb Schritte vorw\u00e4rts einen Schritt zur\u00fcck zur Folge hatten. Die Moral in den Kn\u00f6cheln, galt es den inneren Schweinehund auf Distanz zu halten und letztlich in den Vulkan hinein abzusch\u00fctteln. Es gelang: nach etwa vier Stunden erreichten wir den Gipfel auf 3.726 m. Der angek\u00fcndigte Fernblick war ern\u00fcchternd; wolkenverhangen und neblig erschien die Ferne. Nach kurzer Kaffeepause unterhalb des Gipfels ging es schon wieder hinab. Die Tr\u00e4ger warteten mit einem Fr\u00fchst\u00fcck, dass sich sehen lassen konnte und vertrieben sich die Zeit damit, die neugierigen und hungrigen Makaken auf Distanz zu halten, die t\u00e4glich zum Fr\u00fchst\u00fcck das Basislager heimsuchen. <\/p>\n<p>Der Gipfelsturm indes war jedoch nur der Fr\u00fchst\u00fccks-Spaziergang &#8211; Tagesziel war der gegen\u00fcber liegende Kraterrand, ebenfalls auf 2.600 m gelegen. Dummerweise erreicht man diesen jedoch nur \u00fcber den auf 2.000 m gelegenen Kratersee Segara Anak, einmalig anzuschauen und nur schmerzhaft zu erreichen &#8211; 600 m steil bergab galt es zu \u00fcberwinden (nach einem Abstieg von bereits 1.100 m). Gegen Mittag, kurz vor erreichen des Sees ward dann auch der Wunsch geboren, einfach mal locker 300 m auf geteerter Stra\u00dfe bergauf zu gehen (der Knie wegen) und sich in einen Pool zu legen. Nun, die hei\u00dfen Quellen in der N\u00e4he des Sees waren immerhin auch was &#8211; selbstredend nur \u00fcber Stock und Stein und auch nicht bergauf zu erreichen. Dass Abk\u00fchlung hier nicht im Fokus lag, soll mit nochmaliger Betonung des Wortes HEI\u00df an dieser Stelle nur kurz unterstrichen werden. Ein Mittagsmahl sp\u00e4ter hie\u00df es dann auf zum letzten Teilabschnitt, es sollte der h\u00e4rteste werden. Das Ziel, den Kraterrand, vor Augen galt es durch einen Aufstieg von 600 m zu erreichen. Hierzu war zun\u00e4chst ein steiler Waldspaziergang zu absolvieren, bevor es regelrecht in die Wand ging, wozu auch kleinere Kletter- und Hangelabschnitte geh\u00f6rten. Auch diese Pr\u00fcfung ward gemeistert, trotz zwischenzeitigen Verdauungsschwierigkeiten (&#8220;Montezuma&#8217;s Rache&#8221; nennt sich hier &#8220;Bali belly&#8221;). Halbtot erreichten wir den Kraterrand, wo das F\u00fcttern weitergehen sollte. Nach einem fantastischen Sonnenuntergang und Nutzung des durchaus praktischen Toiletten-Zelts krochen wir in unsere Schlafs\u00e4cke.<\/p>\n<p>Tags drauf wurden wir zeitig aus dem Zelt zum Fr\u00fchst\u00fcck zitiert. Der Abstieg von 2.600 m (Kraterrand) auf 500 m (Senaru) sollte sich insbesondere gegen Ende als recht schmerzhaft erweisen. Zun\u00e4chst ging es \u00fcber Felsen und Staubpiste in den Wald, dessen Schatten wir gut brauchen konnten. Dieser brachte naturgem\u00e4\u00df aber auch Wurzeln und lehmigen Untergrund mit sich. Die uns entgegenkommenden Trekker waren \u00fcberwiegend hochmotiviert, jedoch ohne Ahnung, was auf Sie zukommen sollte.<\/p>\n<p>Hier nochmal das H\u00f6henprofil:<br \/>\n&#8211; Tag 1: 1.100 m -> 2.600 m<br \/>\n&#8211; Tag 2: 2.600 m -> 3.726 m -> 2.600 m -> 2.000 m -> 2.600 m<br \/>\n&#8211; Tag 3: 2.600 m -> 500 m<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Titel des letzten Eintrags ward gegen Mittag geboren, als wir gesch\u00e4tzte 400 m (alle Angaben sind H\u00f6henmeter) recht steilen Abstiegs hinter uns hatten. Beziehungsweise 1.500 m. Es war eine Wunschvorstellung, die etwas wahnhaftes hatte und noch des \u00f6fteren zitiert werden sollte. Doch der Reihe nach. 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