{"id":583,"date":"2012-09-17T04:47:51","date_gmt":"2012-09-17T03:47:51","guid":{"rendered":"http:\/\/hotsaucejunkie.de\/?p=583&amp;langswitch_lang=en"},"modified":"2012-09-22T15:36:21","modified_gmt":"2012-09-22T14:36:21","slug":"1-dollar-tour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hotsaucejunkie.de\/?p=583","title":{"rendered":"1 Dollar-Tour"},"content":{"rendered":"<p>Das Monsterfr\u00fchst\u00fcck nach der Nacht auf der Farm bestand aus Pancakes mit Ahornsirup, Galiamelone, gebrutzeltem Schinkenspeck, Bacon, gew\u00fcrzten Wurst-Patties, Hash Browns, endlos Spiegeleier (&#8220;Farmeier frisch von gestern&#8221;), Toast, drei verschiedenen Marmeladen (teilweise selbstgemacht), Kaffee und Saft. Nachdem die obligatorischen Vegetarierwitze gerissen waren, folgten zwei \u00e4u\u00dferst unterhaltsame Stunden mit Betty und Richard. Wir tauschten unter anderem Reiseerfahrungen (die beiden waren bspw. in Schweden und Brasilien) und Einblicke in die Sozialversicherungssysteme der jeweiligen Heimatl\u00e4nder aus. Wie immer bei solchen Diskussionen stellen wir fest, da\u00df bei uns vielleicht nicht alles rosig, es andernorts aber oftmals viel schlimmer ist. Am Vorabend hatten wir noch gewettet, ob beide eher Demokraten oder Republikaner sind &#8211; ein \u00fcberzeugtes &#8220;Sarah Palin is cool&#8221; kl\u00e4rte auch diese Frage auf.<\/p>\n<p>Da wir bereits in New Jersey verabredet und zudem schon sp\u00e4t dran waren, mussten wir es bei der kurzen Begegnung mit Betty und Richard belassen. Eine Nacht auf der Farm war ohnehin viel zu kurz, von daher stimmig. Nicht, dass der n\u00e4chste Trip unbedingt wieder an die Ostk\u00fcste f\u00fchren m\u00fcsste, aber ein paar Tage auf der Hope and Pryde-Farm stehen chill-out-Suchenden nicht schlecht zu Gesicht. Das K\u00e4tzchen wird dann allerdings weniger fluffig sein. Oder vom Bluthund gefressen, den wir nur hinter Gittern sahen. Die Interstate 78 hatte uns wieder und mit mittels Tempomat knapp \u00fcber der H\u00f6chstgeschwindigkeit von 65 Meilen pro Stunde fixiertem Gasfu\u00df zippten wir in eindreiviertel Stunden nach Piscataway in New Jersey. Dort wurden wir auch schon von Ceil und Warren erwartet.<\/p>\n<p>Genauer: von Warren und Hund Jockey, Ceil begr\u00fcsste uns nur kurz und verabschiedete sich zum Zahnarzt. Warren ist selbst\u00e4ndiger Wirtschaftspr\u00fcfer im Ruhestand (76 Jahre) und fr\u00f6hnt neben seinem Hobby College-Football (sein Team sind die Rutgers Scarlet Knights) der Ahnenforschung. Er selbst ist deutsch-d\u00e4nischer Abstammung, seine Forschung erstreckt sich jedoch weit \u00fcber seine eigenen Ahnen hinaus. So kam es dann auch, dass er bereits vor mehr als 15 Jahren begann, sich mit der Geschichte des bereits erw\u00e4hnten Philipp K\u00fchlthau aus Oberzell auseinanderzusetzen, der auszog um in der Neuen Welt sein Gl\u00fcck zu suchen &#038; dem Vernehmen nach auch fand. Nach einigen Jahren des Briefkontakts in die Heimat von Philipp K\u00fchlthau besuchte er Oberzell im Jahre 2000. Zwei Jahre sp\u00e4ter webten wie zuvor erw\u00e4hnt Gro\u00dfonkel Walter und Bruder Michael das Freundschaftsband enger und revanchierten sich mit einem Besuch in New Jersey. Nun war es an uns, diese Freundschaft zu erneuern. Daf\u00fcr blieben uns ziemlich genau 25,5 Stunden, die intensivst genutzt wurden.<\/p>\n<p>Nach der Ankunft in Milltown und einem schnellen Mittagessen bei Five Guys, welches unsererseits anl\u00e4sslich des opulent nachwirkenden Farmfr\u00fchst\u00fccks auf Coke Zero und Erdn\u00fcsse (gibt&#8217;s dort f\u00fcr lau, das bessere Fast Food) reduziert war, begann die &#8220;1 Dollar-Tour&#8221; (O-Ton Warren) mit einer kurzen Rundfahrt \u00fcber einen Teil des Campus der Rutgers University, wo Warren seinen Abschluss gemacht hat und auch seine Tochter studierte. Die Verbundenheit mit seiner Alma Mater war deutlich zu sp\u00fcren, Warren war auf dem Laufenden \u00fcber Bauma\u00dfnahmen und seine Bar, die wir am Abend sehen sollten, platzte vor lauter Memorabilia mit dem roten &#8220;R&#8221;. Vom Campus in New Brunswick fuhren wir dann nach Milltown, wo Warrens erstes Haus steht, in der Kuhlthau Avenue 29. Dieses Haus ist derzeit unbewohnt, Warren plant einen Teil zu vermieten und trifft hierzu schon Vorbereitungen. Der andere Teil bleibt sein &#8220;Hobbykeller&#8221; (&#8220;man cave&#8221;, zu deutsch &#8220;M\u00e4nnerh\u00f6hle&#8221;), wo er vorrangig der Genealogie nachgeht und Ceil nicht zur Last f\u00e4llt. Das Haus insgesamt w\u00e4re f\u00fcr etwa 450&#8217;000 Dollar zu haben, derzeit etwa 360&#8217;000 Euro &#8211; Fahrzeit nach New York City ca. eine Stunde. Hier ein Bild von der R\u00fcckansicht des Anwesens:<\/p>\n<p>\n<a href=\"http:\/\/hotsaucejunkie.de\/wp-content\/pixxx\/29_kuhlthau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/hotsaucejunkie.de\/wp-content\/pixxx\/29_kuhlthau-300x225.jpg\" alt=\"\" title=\"R\u00fcckansicht der Man Cave von Warren L. Frazer\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-527\" \/><\/a>\n<\/p>\n<p>Von 29 Kuhlthau ging es in die St. Paul&#8217;s Church, nat\u00fcrlich im klimatisierten Van. Von der Kirche existieren Aufnahmen aus der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts, in der die Auswanderer &#8211; aus Philipp K\u00fchlthau war mittlerweile vermutlich bereits Philipp Kuhlthau geworden &#8211; sich als Angekommene darstellten. In der Kirche finden sich zahllose Namen aus der Heimat, unter anderem wurden B\u00e4nke (&#8220;in memory of Edward S. Kuhlthau presented by his wife A. Elisabeth Kuhlthau 1949&#8221;) und Bleiglasfenster (&#8220;in memory of William and Sarah Kuhlthau donated by their children&#8221;) gestiftet. Im G\u00e4stebuch fanden sich auch noch die Namen der beiden Oberzeller, die 2000 hier einem Gottesdienst beiwohnten. Nachdem uns Merchandising verabreicht wurde fuhren wir gemeinsam zu Schwendeman&#8217;s Taxidermy, einem Tierpr\u00e4parator in dritter Generation und ein Kuriosit\u00e4tenkabinett sondergleichen. Der Inhaber Bruce ist in &#8220;seinen&#8221; Kreisen so etwas wie ein Promi, kam er nicht zuletzt schon in der <strong> <a class=\"external text\" title=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2002\/03\/26\/science\/when-a-polar-bear-needs-a-pedicure.html?pagewanted=all&#038;src=pm\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2002\/03\/26\/science\/when-a-polar-bear-needs-a-pedicure.html?pagewanted=all&#038;src=pm\">New York Times <\/a><\/strong> und im<strong> <a class=\"external text\" title=\"http:\/\/www.newyorker.com\/online\/blogs\/books\/2010\/03\/taxidermy-in-a-world-without-irony.html?mobify=0\" rel=\"nofollow\" href=\"http:\/\/www.newyorker.com\/online\/blogs\/books\/2010\/03\/taxidermy-in-a-world-without-irony.html?mobify=0\">New Yorker <\/a><\/strong> zu Ehren. Papa David arbeitete in seiner aktiven Zeit als Chef-Taxidermist im American Museum of Natural History in New York und verbringt seinen Ruhestand heute noch mit der Beaufsichtigung seines Juniors, der derzeit an der Restaurierung eines wei\u00dfen L\u00f6wen f\u00fcr ein New Yorker Hotel arbeitet. Hier die Au\u00dfenansicht des Ladens (wirkt von innen deutlich gr\u00f6\u00dfer):<\/p>\n<p>\n<a href=\"http:\/\/hotsaucejunkie.de\/wp-content\/pixxx\/img00194-20120907-1520.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/hotsaucejunkie.de\/wp-content\/pixxx\/img00194-20120907-1520-300x225.jpg\" alt=\"\" title=\"img00194-20120907-1520\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignnone size-medium wp-image-665\" \/><\/a>\n<\/p>\n<p>Bruce ist auch Mitglied der Milltown Historical Society. Das Museum, der eigentliche Anlass des Besuchs, liegt passenderweise direkt auf der anderen Stra\u00dfenseite, so dass wir gewisserma\u00dfen eine Privatf\u00fchrung bekamen. Es besteht aus zwei alten Wohnh\u00e4usern, die mit mehr oder minder interssantem Gut aus den alten Tagen ausgestattet sind. Der Ort beherbergte \u00fcber viele Jahre eine Gummiwarenfabrik, die eine zeitlang zum Michelin-Konzern geh\u00f6rte. Aus den Anfangstagen sind ein Michelin-M\u00e4nnchen vorhanden, interessanter jedoch waren die Milchflaschen mit &#8220;Ochs&#8221;-Pr\u00e4gung und &#8220;Kuhlthau&#8221;-Deckel sowie das Werbeschild von C. W. Kuhlthau (&#8220;Milltown&#8217;s busiest store. Quality, Service &#038; Price&#8221;). Nach dem Museumsbesuch war es Zeit f\u00fcr Fotoshooting von Stra\u00dfennamen. Wir begn\u00fcgten uns mit den Kuhlthau und Ochs Aves. und duplizierten zwischendurch das Foto von Michael und Walter am Ortsschild. Der anschlie\u00dfende Besuch auf dem Friedhof Van Liew Cemetry f\u00fchrte uns dann auch zum Grab von Philipp Kuhlthau. Auf dem Friedhof finden sich reichlich Kuhlthaus und andere Namen aus der Heimat von Philipp (u.a. Baier), teilweise sogar mit Inschriften in Deutsch. Man f\u00fchlte sich bisweilen nicht wie in \u00dcbersee. Hier ein Bild vom Grab des Philipp Kuhlthau und seiner Frau Catherine, vermutlich geborene Katharina Klein:<\/p>\n<p>\n<a href=\"http:\/\/hotsaucejunkie.de\/wp-content\/pixxx\/img00205-20120907-1721.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/hotsaucejunkie.de\/wp-content\/pixxx\/img00205-20120907-1721-300x225.jpg\" alt=\"\" title=\"img00205-20120907-1721\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignnone size-medium wp-image-667\" \/><\/a>\n<\/p>\n<p>Bevor wir zur\u00fcckfuhren nach Piscataway zeigte uns Warren noch seinen Cadillac in der Garage von Frazer, Evangelista &#038; Co. LLC. Perfektes Hochzeitsauto, aber zu sp\u00e4t und zu weit weg. Wir z\u00e4hlen nochmal nach. Drei H\u00e4user, f\u00fcnf Autos. Scheint ein paar ganz gute Entscheidungen getroffen zu haben. Den Abschluss des nicht ganz unanstrengenden Tages begannen wir dann mit einem Beck&#8217;s an der heimischen Bar, gefolgt von einem Abendessen, zu dem wir immerhin den Wein beisteuern durften. Kaffee, Eis und jede Menge Geschichten rundeten den Tag ab. Wir nahmen noch ein zweites Beck&#8217;s, zu viele Eindr\u00fccke f\u00fcr elf Uhr abends. Und tats\u00e4chlich, in der Nacht hielten die vielen Eindr\u00fccke einen von uns mehr als eine Stunde vom Schlaf ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Monsterfr\u00fchst\u00fcck nach der Nacht auf der Farm bestand aus Pancakes mit Ahornsirup, Galiamelone, gebrutzeltem Schinkenspeck, Bacon, gew\u00fcrzten Wurst-Patties, Hash Browns, endlos Spiegeleier (&#8220;Farmeier frisch von gestern&#8221;), Toast, drei verschiedenen Marmeladen (teilweise selbstgemacht), Kaffee und Saft. Nachdem die obligatorischen Vegetarierwitze gerissen waren, folgten zwei \u00e4u\u00dferst unterhaltsame Stunden mit Betty und Richard. 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